Leitgedanke

„Männer in Kinderläden“ bedeutet für uns, dass

  • jedes Kind Bedürfnisse und vielfältige Interessen hat und das Recht, von unterschiedlichen Erwachsenen in seinen Bildungs- und Entwicklungsprozessen kompetent begleitet zu werden.

  • die Erfahrungsmöglichkeiten von Kindern nicht durch stereotype Rollenerwartungen einschränkt werden. Wir wollen Kindern die ganze Bandbreite an Erfahrungen ermöglichen, nicht nur einen Teil davon, damit sie eine eigenständige Geschlechtsidentität entwickeln können.

  • es keine „geschlechtsneutrale“ Erziehung geben kann. Kinder nehmen geschlechtliche Unterschiede bereits ab dem ersten Lebensjahr wahr, orientieren sich in ihrer Entwicklung daran und zeigen dies, indem sie sich aktiv Geschlechterkategorien zuordnen.

  • Kinder ganz verschiedene Männer und Frauen brauchen, damit sie ein breites Spektrum an Rollenvorbildern kennenlernen. Kinder sollen in Elterninitiativen und Kinderläden erleben, wie vielfältig und unterschiedlich Männer und Frauen sind. Wir erleben, dass Unterschiede innerhalb eines Geschlechts größer sein können als die zwischen den Geschlechtern.

  • Mann-Sein an sich kein Qualitätsmerkmal ist. Wir brauchen also nicht einfach mehr Männer in Kinderläden, sondern qualifizierte und motivierte Erzieher und Erzieherinnen, die bereit sind, auch ihre Geschlechtsidentität zu reflektieren.

  • Geschlechtsidentität nicht einfach weitergegeben werden kann, sondern von Kindern durch die Auseinandersetzung mit möglichst vielfältigen weiblichen und männlichen Rollenmodellen selbstständig entwickelt wird. Frauen und Männer sind wichtige Vorbilder für Mädchen und Jungen.

  • wir eine offene und offensive Auseinandersetzung mit den Themen Missbrauch und sexuelle Gewalt und den damit verbundenen Ängsten und Tabus führen und wir jede Zuschreibung qua Geschlecht zurückweisen.

  • Geschlechtersensibilität nicht nur auf die pädagogische Arbeit mit Kindern beschränkt ist, sondern auf allen Ebenen des Projektes “Männer in Elterninitiativen und Kinderläden“, also auch in der Kooperation nach innen und außen sowie in der Öffentlichkeitsarbeit stattfindet.

  • wir unsere eigenen Geschlechterrollen und –prägungen reflektieren und uns dafür einsetzen, Bedingungen für die Gleichstellung und Gleichberechtigung aller Menschen unabhängig von ihrer geschlechtlichen Identität oder anderen Unterscheidungsmerkmalen zu schaffen.